Reine Routine

„Reine Routine“, erklären Fernseh-Kommissarinnen gerne, wenn sie ihre prüfenden Fragen stellen und damit mehr oder weniger Unbehagen auslösen. Tatsächlich ist der Begriff der Routine ja durchaus ambivalent besetzt: Einerseits bezeichnet er Tätigkeiten, die sicher, schnell und leicht ausgeführt werden. Andererseits haftet der Routine mitunter eine gewisse Fadesse an.

Gerade die Routinen des Managements bieten dafür ein schönes Anschauungsbeispiel. Sie sind in hohem Maße von automatisierten Handlungen geprägt, von eingespielten Abläufen und rituellen Zeremonien — vom täglichen Meeting-Stakkato über diverse Reporting- und Kontrollrituale bis hin zur Strategieentwicklung. Das könnte pauschal als Alltagstrott abgetan werden, der quasi ohne Nachdenken erledigt wird und nicht immer zielführend ist.

Gegen ein solches Pauschalurteil möchte ich an dieser Stelle nochmals die positiven Seiten der Managementroutinen stark machen. Schließlich reduzieren sie eine Menge Komplexität, erleichtern schnelle Entscheidungen und fördern effiziente Abläufe. Darüber hinaus erlauben sie es, gleichzeitig eine große Menge unterschiedlicher Aufgaben zu bewältigen — gleich dem berühmten Vorbild des Jongleurs, der eine Vielzahl an Bällen, Tellern oder Keulen in der Luft hält. Nur ein Schelm würde dann noch fragen: "Und mit den Ohren kannst du nix?"

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